Über die Deutsch Langhaarkatze
Das Leben mit Deutsch Langhaarkatzen
Oftmals werde ich gefragt:”Wie sind sie denn so, deine Deutsch Langhaarkatzen?” Sie dann in wenigen Worten zu beschreiben ist gar nicht einfach, weil man direkt ins Schwärmen gerät und nicht wieder aufhört. Das Leben mit Deutsch Langhaarkatzen kann ich als entspannt bezeichnen, da diese Katzen sehr ausgeglichen sind und das auch schon in ihren Kindertagen. Natürlich haben Kätzchen mehr Temperament als ausgewachsene Katzen, aber der Vergleich mit meinen Hauskatzen zeigt mir hier schon einen signifikanten Unterschied.
Bei mir zeigen sie sich als sehr intelligent und lernfreudig. Bei dem Clickertraining lassen sie sich durch nichts und niemanden ablenken und auch im Alltag hat man oftmals ihre ungeteilte Aufmerksamkeit, bei allem was man macht. Wer also eine Katze sucht, die sich aktiv und freundlich in das Familienleben integriert, der wird an einer Deutsch Langhaarkatze seine wahre Freude haben.
Anderen Katzen gegenüber verhalten sie sich sehr sozial und ohne jeden Anflug von Aggression. Das zeigt mir, dass die Deutsch Langhaarkatze von Natur aus den Kontakt zu Artgenossen pflegt und ihm dieser auch nicht vorenthalten werden sollte.
Meine Crystal hat mir, seit sie bei mir lebt gezeigt, dass sie aber auch den Kontakt zum Menschen intensiv sucht und auch braucht. Sie hat keine Scheu vor Fremden und so wurde sogar der Schornsteinfeger für “bekuschelungsgeeignet” befunden. Ein Schornsteinfeger und einer Glückskatze? Schon ein tolles Bild.
Die Geschichte der Deutsch Langhaarkatze – Lang im Schatten verborgen
Die Deutsch Langhaarkatze ist heutzutage noch weitestgehend unbekannt und viele halten sie deshalb für eine neue Rasse. Damit liegt man aber einem Irrtum auf, denn diese Rasse ist alles andere als neu. Der Standard für die Deutsch Langhaarkatze besteht schon seit 1929 und seit dem wartet sie leider auch auf ihre Anerkennung.
Katzenzucht, Katzenvereine und Katzenrassen waren damals nicht so organisiert und eingeteilt wie es heute der Fall ist. Die Langhaarkatzen die man damals Perser oder einfach Angorakatze (das war der gängige Begriff für eine langhaarige Katze und beschrieb nicht explizit eine Rasse) nannte unterschieden sich sich sehr stark in Fellqualität und Körperform. Zusätzlich fand man auch noch regionale Unterschiede. Man unterteilte die Langhaarkatzen damals ausschließlich nach der Fellfarbe.
Viele dieser Katzen entsprachen aber nicht dem klassischen Typ des stämmigen, kurznasigen Hochzuchtpersers, weshalb ein englisches Zuchtprogramm vorsah, alle Katzen durch intensive Zuchtbemühungen auf diesen einen Standard zu bringen. Prof. Dr. Friedrich Schwangart, der später der Erstbenenner der Rasse sein sollte, unterstützte dieses Vorhaben kurzzeitig, bemerkte aber dann, dass einige dieser Katzen sich im Typ doch ähnlich waren und von den Persern unterschieden, was ihn vermuten lies, dass es sich hierbei nicht um Perser sondern um eine eigene Rasse handeln müsste. Dieser Typ Katze kam der wilden Naturform näher und war viel pflegeleichter. Daraufhin stellte er beide Rassen gegenüber und unterteilte sie in die Hochzuchtperser und in die Deutsch Langhaarkatze. Für letztere schrieb er 1929 einen Standard, indem er die Merkmale aufzählte, die eine Deutsch Langhaarkatze auszeichnen.
Dieser Standard beschreibt die Rasse wie folgt:
Bei der Deutschen Langhaarkatze handelt es sich um eine mittelgroße Katze, deren Körperbau lang rechteckig, robust und geschmeidig ist. Anatomisch unterscheidet sie sich nur wenig von der Europäischen Hauskatze. Sie besitzt einen runden, gut entwickelten Brustkorb. Ihr Schwanz ist von mittlerer Länge und federbuschartig. Am Ansatz dick, verjüngt er sich gleichmäßig zu einer runden Schwanzspitze. Die Beine sind kurz bis mittellang und sollten solide und zum Körper proportioniert, in großen, festen Pfoten enden.
Der Schädel ist mit leicht gerundetem Eindruck ein wenig länger als breit. Die Stirn ist abgeschrägt und nicht
vorangetrieben. Das Profil verläuft im flachen Bogen fließend, oder mit leichter Stufung zum Nasenrücken. Die Nase ist gerade, von mittlerer Länge und auf ganzer Länge gleichbreit. Nach Schwangart darf die Nase auch leicht hakig sein. Der Hals ist mittellang und bei Katern eine ausgeprägte Nackenmuskulatur erwünscht. Das gut entwickelte Kinn und die starken Wangen sollen laut Schwangart Züge der Felis silvestris tragen.
Die Ohren sind klein bis mittelgroß und aufrecht stehend. Sie sind am Ansatz breit und haben eine leicht gerundete Spitze. Sie sind gut auseinandergesetzt platziert.
Die Augenform reicht von rund bis leicht oval. Die Augen sind groß und gut geöffnet und stehen leicht schräg. Der Abstand der Augen zueinander sollte eine Augenbreite nicht überschreiten. Die Augenfarbe sollte analog zur Fellfarbe sein. Bei weißen oder stark gescheckten Tieren ist denen mit einer Augenfarbe der Vorzug gegenüber Odd Eyes zu geben.
Das Fell ist mittellang bis lang, an den Schultern und am Kopf etwas kürzer. An den Flanken, dem Rücken und dem Bauch längeres Fell. Halskrause, Hinterbeine und Schwanz sind hierbei besonders lang und dicht behaart. Tieren mit einem Rückenscheitel ist der Vorzug zu geben. Das Fell ist von glänzender, seidiger Struktur und dadurch sehr pflegeleicht.
Alle Fellfarben sind anerkannt mit Ausnahme von Chocolate und Cinnamon sowie deren Verdünnung Lilac und Fawn in allen Kombinationen (Bicolor, Tricolor, Tabby). Farben nach Schwangart: Einfarbene (schwarz, weiß, blau, isabell und andere), Schecken (zwei-, dreifarbig) und "Masken" (Pointkatzen), Chinchilla, Pfirsich, "Rauchkatzen", Silberfarbene, Gemusterte ("Tiger" und "Marmors")

Nach ihrer Bestimmung und Beschreibung wurde die Rasse auch gezielt gezüchtet und 1932, also 3 Jahre nach ihrer “Entdeckung” schaffte es der Deutsch Langhaarkater “Fuchs von der Rheinburg” (hier rechts im Bild) Bundessieger zu werden.
Der zweite Weltkrieg bereitete dem bis dahin erfolgreichen Weg der Deutsch Langhaarkatze aber ein schnelles Ende. Zuerst wurde nur noch eingeschränkt gezüchtet, dann schlussendlich wurde die Zucht ganz eingestellt. Dadurch dass es keine, in Vereinen registrierten Tiere mehr gab, nahmen viele Leute an, die Rasse sei ausgestorben. Aber Deutsch Langhaarkatzen gab es freilebend durchaus noch. Selbst heute findet man in gewissen Gegenden Deutschlands diesen Typus Katze.
Als einzige Cattery hat Frau R. Aschemeier 1968 mit Foundationtieren das Projekt “Deutsch Langhaarkatze” wiederbelebt und in Eigenregie passende Tiere gesucht und verpaart. Ihre Tiere gelten als sehr typvolle Vertreter ihrer Rasse. Dies wurde sogar mehrfach in der Fachliteratur erwähnt. 2005 fand sich eine engagierte Gruppe von Züchtern zusammen, die ähnlich wie Frau Aschemeier verhindern wollten, dass diese Rasse vielleicht irgendwann tatsächlich von der Bildfläche verschwindet. Man suchte freilebende geeignete Foundationtiere, die dem Standard der Deutsch Langhaarkatze in großem Maße entsprachen und begann die kontrollierte Zucht.
2009 hat Frau Aschemeier 5 ihrer Tiere vertrauensvoll in die Hände dieser Züchter gegeben. Wie wertvoll dieses seit Jahrzehnten gepflegte Erbgut ist, kann man sich sicher vorstellen. Die Erhaltungszucht der Deutsch Langhaarkatze wurde damit ein sehr großes Stück vorangebracht und wir sind Frau Aschemeier für diesen Vertrauensbeweis und diese Geste sehr dankbar .
vorangetrieben. Das Profil verläuft im flachen Bogen fließend, oder mit leichter Stufung zum Nasenrücken. Die Nase ist gerade, von mittlerer Länge und auf ganzer Länge gleichbreit. Nach Schwangart darf die Nase auch leicht hakig sein. Der Hals ist mittellang und bei Katern eine ausgeprägte Nackenmuskulatur erwünscht. Das gut entwickelte Kinn und die starken Wangen sollen laut Schwangart Züge der 